Feuerwehr Verein

Gründungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Hemau

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – diesem Wahlspruch folgend formierte sich am 6. Januar 1867, in unserem Städtchen ein „Freiwilliges Feuerwehr-Corps“. Bereits bei der Gründungsversammlung im damaligen Gasthof Riemhofer, einberufen von den Bürgern Valta, Vikari, Schneeberger, Knechtl, Veitl, Engl und Pröbstl, erklärten sich 95 Mitglieder spontan zum aktiven Feuerwehrdienst bereit. Auch die übrige Bevölkerung der Tangrintelstadt stand der Gründung des „Freiwilligen Feuerwehr-Corps“ voller Sympathie gegenüber.

Auf Vorschlag des Bayerischen Landesfeuerwehr-Ausschusses kam schließlich im Februar 1888 vom Königl. Staatsministerium des Inneren die Weisung, für die Freiwillige Feierwehren einen eigenen Sanitätsdienst zum Zwecke der ersten Hilfeleistung bei Brandunfällen einzurichten.

Eine Feuerwehr braucht schließlich und endlich auch eine Fahne, und so bemühte man sich drei Jahre nach der Gründung um die Anschaffung dieses unentbehrlichen Vereinssymbols. Die Kosten beliefen sich incl. Fahnenstange auf insgesamt 102 Gulden, die durch Spenden aufgebracht wurden.

Schon in den ersten Jahren demonstrierten die Hemau in zahlreichen Schauübungen den Feuerwehrgedanken in den umliegenden Orten. Dabei gaben sie vielfach den Anstoß zur Gründung neuer Wehren.

Im Laufe der folgenden Jahre ging die Aufrüstung der Wahr zwar langsam, ab er dennoch gezielt weiter:

1874 wurde eine Saug- und Druckspritze angeschafft

1875 wurden für neue Schläuche an eine Nürnberger Firma 150 Gulden 24 Kreuzer bezahlt und das bei einer Jahreseinnahme von 270 Gulden 36 Kreuzer

1891 wurde das alte Feuerwehrgerätehaus an der Regensburger Straße renovier und ein Jahr später vor dem Gebäude ein ordentliches Pflaster angelegt.

1892 wurde die erste Ehrenkreuzverleihung durchgeführt

1893 war der Mitgliederstand schon auf die beachtliche Zahl von 156 Feuerwehrkameraden

1903 wurde das Gerätehaus am unteren Stadtplatz errichtet.

1908 erfolgte dann schließlich die Umorganisation der FFW Hemau nach den Vorschriften des Bayer. Landesfeuerwehr-Ausschusses.

Die Stadt Hemau erhielt in den Jahren 1900 bis 1901 die zentrale Hauswasserversorgung. Das gesamte Stadtnetz wurde aus diesem Anlass mit Unterflurhydranten versehen, die auch dem Feuerschutz zugute kamen.

1928 erfolgte der Ankauf der ersten fahrbaren Motorspitze TS 750. Eine Rosenbauer Tragkraftspritze TS 8/8 wurde 1942 angekauft, und schließlich 1944 der Anhänger hierzu geliefert.

Nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1945 begann ein völlig neuer Abschnitt in der Geschichte der Hemauer Freiwilligen Feuerwehr. Man musste praktisch wieder von vorn anfangen. Die Zahl der einsatzfähigen Aktiven war durch die vielen Ausfälle des Krieges auf ein Minimum geschrumpft. Durch die Hilfsbereitschaft aller Feuerwehrmänner, sowie das Verständnis der Burger und vor allem der jungend, stand die Wehr bereits 1946 schon wieder gefestigt da. In der Generalversammlung am 10.März konnten 261 Mitglieder gezählt werden, wobei 34 davon Neuaufnahmen waren. Für den aktiven Dienst erklärten sich nicht weniger als 170 Feuerwehrler bereit.

Am 6. Juli 1952 fand das 85jährige Stiftungsfest im Neurenovierten Postkeller an der Nürnberger Straße statt.

15 Jahre danach, ein Zeitraum, der viel Aufbau-und Ausbildungsarbeit forderte und die Protokollbücher der Wehr füllte, fand am 3. und 4. Juni 1967 das 100jährige Gründungsfest statt. Damit verbunden war die Weihe einer neuen Fahne. Die knapp 100 Jahre alte Fahne fand einen Ehrenplatz im neuen Feuerwehrgerätehaus.

Um 1970 wurde Hemau zur Stützpunktfeuerwehr ernannt. Ihr Einssatzbereich umfasst nun die Orte der gesamten Großgemeinde.

Schon 1962 absolvierten drei Löschgruppen unter Edi Neumeier, Josef Ferstl und Franz Lell die erste Leistungsprüfung zum Erwerb des Feuerwehrleistungsabzeichens.

Zur Tradition wurde der alljährliche Feuerwehball am Rosenmontag, weiter wurden mehrere Vereinsausflüge organisiert, die immer regen Zuspruch fanden.

Ende September 1973 wurde eine Jugendfeuerwehr aufgestellt, die am 29.Mai 1974 nach entsprechender Ausbildung schon ihre Leistungsprüfung ablegen konnte.

Anfang 1986 wurde mit der Planung des neuen Feuerwehrhauses in der Wittelbsbacher Straße. Baubeginn war im November 1987 und das Richtfest konnte bereits am 5. August 1989 gefeiert werden. Am 14. Oktober 1989 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 2.960.000 DM davon 770.000 DM für den Schutzraum und 20.300 DM für die Hausmeisterwohnung. Vom Brandschutz bis zur technischen Hilfe reicht heute das Spektrum der Einsätze unsere Stützpunktfeuerwehr. Besondere Anforderungen an die Feuerwehrleute stellen die Einsätze bei Verkehrsunfällen, wenn Verletzte oder Tote aus ihren Fahrzeugen mit dem Rettungsspreitzer befreit werden müssen.